Âdi, oder Âdhi Budha, die Eine
oder die Erste und Höchste Weisheit, ist ein von Âryasarnga in
seinen geheimkundigen Abhandlungen, und jetzt von allen Mystikern des nördlichen
Buddhismus gebrauchter Ausdruck. Es ist ein Sanskritwort, und eine von den
frühesten Âriern der unbekannten Gottheit erteilte Bezeichnung,
indem das Wort "Brahmâ" sich in den Veden und den frühzeitigen
Werken nicht findet. Es bedeutet die absolute Weisheit, und Âdibhuta
wird von Fitzedward Hall mit "die uranfängliche unerschaffene
Ursache von Allem" übersetzt. Äonen von unsagbarer Dauer
müssen vergangen sein, bevor die Bezeichnung Buddha derart vermenschlicht
war, so zu sagen, um es zu gestatten, daß der Ausdruck auf Sterbliche
angewendet und schließlich einem zugeeignet wurde, dessen unvergleichliche
Tugenden und Erkenntnis ihn den Titel eines "Buddhas der unbegrenzten
Weisheit" erlangen ließen. Bodha bedeutet den angeborenen
Besitz von göttlichem Intellekt oder Einsicht; Buddha die Erlangung
derselben durch persönliche Anstrengungen und Verdienst; während
Buddhi die Fähigkeit des Erkennens ist, der Kanal, durch welchen
die göttliche Erkenntnis das Ego erreicht, das Unterscheidungsvermögen
von Gut und Böse, auch das "göttliche Bewußtsein",
und die .geistige Seele", die die Trägerin von Âtma
ist. "Wenn Buddhi unseren Sondersinn aufzehrt (ihn zerstört) mit
allen seinen Vikaras, so wird Avalokiteshvara uns offenbar, und Nirvana,
oder Mukti, ist erreicht," indem Mukti dasselbe ist wie Nirvana, nämlich
Freiheit von den Netzen von Mâyâ oder Illusion. Bodhi
ist gleicherweise der Name eines besonderen Trancezustandes, genannt Samâdhi,
während dessen das Subjekt den Höhepunkt geistiger Erkenntnis
erreicht. Zeit und die menschliche Einbildungskraft machten
kurzen Prozeß mit der Reinheit und Philosophie dieser Lehren, nachdem
sie einmal aus dem geheimen und geheiligten Kreis der Arhats, während
des Verlaufes ihres Bekehrungswerkes, in den für metaphysische Ideen
weniger als Indien vorbereiteten Boden verpflanzt worden waren, nämlich
nach ihrer Übertragung nach China, Japan, Siam und Birma. Wie mit
der ursprünglichen Reinheit dieser großen Offenbarungen verfahren
wurde, kann bei dem Studium einiger der sogenannten esoterischen"
buddhistischen Schulen des Altertumes in ihrem modernen Gewande gesehen
werden, nicht nur in China und anderen buddhistischen Ländern im
allgemeinen, sondern sogar in nicht wenigen Schulen in Tibet, die der
Obhut von uninitiierten Lamen und mongolischen Neuerern überlassen
worden sind. 1) Dan, jetzt in moderner chinesischen
und tibetanischer Phonetik zu Chhan geworden, ist die allgemeine
Bezeichnung für die esoterischen Schulen und ihre Litteratur. In
den alten Büchern wird das Wort Janna definiert als "sein
Selbst durch Meditation und Erkenntnis zu reformieren", eine zweite
innere Geburt. Daher Dzan, phonetisch Djan, das Buch
des Dzyan. Siehe Edkins, Chinese Buddhism, p. 129, Note. zurück
zum Text 2) Herr Beglor, Oberingenier in Buddhagaya
und hervorragender Archäolog, hat, wie wir glauben, als erster dies
entdeckt. zurück zum Text |