Die Monade – ein wirklich „unteilbares Ding“, wie sie von Good definiert wurde, der ihr nicht den Sinn beilegte, wie wir es jetzt tun – ist hier wiedergegeben als der Âtmâ, in Verbindung mit Buddhi und dem höheren Manas. Diese Dreiheit ist eins und ewig, wobei das letztere in den ersteren am Ende von allem bedingten und illusiven Leben absorbiert wird. Die Monade kann somit durch den Verlauf ihrer Pilgrimschaft und in ihren Wechseln von vergänglichen Trägern nur vom Anfangszustande des geoffenbarten Weltalls an verfolgt werden. In Pralaya, der zwischen zwei Manvantaras liegenden Periode, verliert sie ihren Namen, so wie sie ihn verliert, wenn das wirkliche Eine Selbst des Menschen in Brahman untertaucht, im Falle eines hohen Samâdhi (des Turîya-Zustandes) oder im schließlichen Nirvâna; wie Shankara sagt:

Wenn der Schüler, nachdem er dieses ursprüngliche Bewusstsein, die unbedingte Wonne, deren Natur Wahrheit ist, die ohne Form und Tätigkeit ist, erlangt hat, diesen Trugkörper aufgibt, welcher von Âtmâ angenommen worden ist, sowie ein Schauspieler (ablegt) das Gewand (das er angezogen hat).

Denn Buddhi, die Ânandamayahülle, ist bloß ein Spiegel, der die unbedingte Wonne zurückstrahlt; und obendrein ist diese Wiederspiegelung selbst noch nicht frei von Unwissenheit, und ist nicht der höchste Geist, da sie Bedingungen unterworfen, eine geistige Modifikation von Prakriti, und eine Wirkung ist; Âtma allein ist die eine, wirkliche und ewige Grundlage von allem, die Wesenheit und die unbedingte Erkenntnis, der Kshetrajna. Nun, da die durchgesehene Übersetzung der Evangelien veröffentlicht worden ist, und die allergrellsten Missübersetzungen der alten Ausgaben verbessert sind, kann man besser die Worte im I. Johannis, V. 6 verstehen: „Und der Geist ist es, der da zeuget; denn der Geist ist die Wahrheit.“ Die Worte, welche in der schlechtübersetzten Ausgabe über die „drei Zeugen“ folgen, von denen man bisher annahm, dass sie für „den Vater, das Wort, und den heiligen Geist“ stehen, zeigen die wirkliche Absicht des Schreibers sehr deutlich, und identificieren dadurch seine Lehre in dieser Beziehung noch zwingender mit der des Shankarâchârya. Denn was kann der Satz bedeuten: „denn drei sind, die da zeugen ..... der Geist und das Wasser und das Blut“ – wenn er keine Beziehung hat auf, und keinen Zusammenhang mit der mehr philosophischen Aussage des großen Vedântalehrers, der, wo er von den Hüllen – den Prinzipien im Menschen  - Jîva, Vijnânamaya, u.s.w. spricht, welche in ihrer physikalischen Offenbarung „Wasser und Blut“ oder Leben sind, hinzufügt, dass Âtmâ, der Geist, allein es ist, der nach der Hinwegnahme der Hüllen übrigbleibt, und dass er der einzige Zeuge oder die zusammengefasste Einheit ist? Die weniger geistige und philosophische Schule machte, den Blick lediglich auf eine Dreiheit gerichtet, drei Zeugen aus „einem“, und verband ihn so mehr mit der Erde als mit dem Himmel. Er heißt in der esoterischen Philosophie der „Eine Zeuge“, und während er in Devachan ruht, wird er bezeichnet als die „drei Zeugen des Karma.“
Da Âtmâ, unser siebentes Prinzip, identisch ist mit dem Universalgeiste, und der Mensch seinem Wesen nach eins ist mit ihm, was ist nun die eigentliche Monade? Sie ist nun jener homogene Funke, welcher in Millionen von Strahlen aus den ursprünglichen Sieben ausstrahlt; - von welchen Sieben weiter unten einiges gesagt werden soll. Sie ist der EMANIERENDE FUNKE AUS DEM UNGESCHAFFENEN STRAHL – ein Geheimnis. Im esoterischen, und selbst im exoterischen Buddhismus des Nordens sendet Âdi-Buddha (Chogi Dangpoi Sangye), das Eine Unbekannte, ohne Anfang und ohne Ende, wesensgleich mit Parabrahman und Ain Suph, einen hellen Strahl aus seiner Finsternis.
Das ist der Logos, der Erste, oder Vajradhara, der Höchste Buddha, auch Dorjechang genannt. Als der Herr aller Geheimnisse kann er sich nicht offenbaren, sondern sendet in die Welt der Offenbarung sein Herz – das „Diamantenherz“, Vajrasattva oder Dorjesempa. Dieses ist der zweite Logos der Schöpfung, aus welchem die sieben – in der exoterischen Maske die fünf – Dhyâni-Buddhas emanieren, genannt die Anupâdaka, die „Elternlosen“. Diese Buddhas sind die ursprünglichen Monaden aus der Welt des unkörperlichen Seins, aus der Arâpawelt, in der die Intelligenzen (auf dieser Ebene bloß) weder Gestalt noch Namen haben im exoterischen System, jedoch ihre sieben bestimmten Namen in der esoterischen Philosophie. Diese Dhyâni-Buddhas emanieren oder schaffen aus sich selbst mit Hilfe von Dhyâna himmlische Selbste – die übermenschlichen Bodhisattvas. Diese, die sich zu Anbeginn eines jeden menschlichen Cyklus auf der Erde als sterbliche Menschen inkarnieren, werden gelegentlich in Folge ihres persönlichen Verdienstes Bodhisattvas unter den Söhnen der Menschheit, worauf sie als Mânushi oder menschliche Buddhas wiedererscheinen können. Die Anupâdaka oder Dhyâni-Buddhas sind somit wesensgleich mit den brâhmanischen Mânasaputras, den aus der Seele geborenen Söhnen – entweder des Brahmâ, oder irgend einer der beiden anderen trimûrtischen Hypostasen; sie sind auch wesensgleich mit den Rishis und Prajâpatis. So findet sich eine Stelle in der Anugîtâ, welche esoterisch gelesen, dieselbe Idee und dasselbe System, wenn auch in einer anderen Bildersprache, klar zeigt.
Dieselbe besagt:

Was immer für Wesen es in dieser Welt gibt, bewegliche und unbewegliche, sie sind die ersten, die (beim Pralaya) aufgelöst werden; und zunächst kommen die Entwicklungen, die aus den Elementen hervorgebracht sind (aus denen das sichtbare Weltall gebildet ist); und (nach) diese(n) Entwicklungen (entwickelten Wesenheiten), alle die Elemente. Solchergestalt ist die aufwärtsgerichtete Stufenfolge unter den Wesenheiten. Götter, Menschen, Gandharven, Pishâchas, Asuras, Râkshasas, alle sind durch die Natur (Svabhâva, oder Prakriti, die plastische Natur) geschaffen worden, nicht durch Handlungen, noch durch eine Ursache (nicht durch irgend eine physische Ursache). Diese Brâhmanas (die Rishi Prajâpati?), die Schöpfer der Welt, werden hier (auf Erden) immer und immer wieder geboren

Und was immer von ihnen hervorgebracht wird, wird zur richtigen Zeit in eben jene fünf großen Elemente (die fünf, oder vielmehr sieben Dhyâni-Buddhas, die auch die „Elemente der Menschheit“ genannt werden) aufgelöst, wie Wellen im Ozean. Diese großen Elemente sind in jeder Hinsicht (über) die Elemente (die groben Elemente), welche die Welt zusammensetzen, (hinaus). Und der, welcher selbst von diesen fünf Elementen (den Tanmatras) [10] befreit ist, geht zu dem höchsten Ziele. Der Herr Prajâpati (Brahmâ) schuf alles dies bloß durch das Gemüt (durch Dhyâna, oder abstrakte Meditation und mystische Kräfte, wie die Dhyâni-Buddhas). [11]


[10] Die Tanmatras sind ursprünglich der Typus oder das Rudiment eines Elementes ohne Eigenschaften; aber esoterisch sind sie die Dinge an sich von dem, was im Fortschreiten der Entwicklung ein kosmisches Element wird, in dem Sinne, der dem Worte im Altertum gegeben wurde, nicht in dem der Physik. Sie sind die Logoi, die sieben Emanationen oder Strahlen des Logos.

[11] Kap. XXXVI; Telangs Übersetzung, pp. 387-8