Obwohl selbst gänzlich außerhalb menschlicher
Abzählung oder Berechnung gelegen, ist doch diese gewaltige Anhäufung
von verschiedenen Bewußtseinszuständen eine Siebenheit, die in ihrer
Gesamtheit gänzlich aus siebenfältigen Gruppen zusammengesetzt ist - einfach
weil „die Fähigkeit der Wahrnehmung in sieben verschiedenen Aspekten existiert,
welche den sieben verschiedenen Bedingungen der Materie entsprechen,“ [21] oder den sieben Eigenschaften,
oder Zuständen der Materie. Und daher beginnt die Reihe von eins zu sieben
in den esoterischen Berechnungen mit dem ersten geoffenbarten Prinzip,
welches Nummer eins ist, wenn wir von oben anfangen, und Nummer sieben,
wenn wir von unten oder dem niedersten Prinzip aus zählen. Die pythagoräische Welt, nach Plutarch [23] , bestand aus
einer doppelten Vierheit. Die Vierheit der intellektuellen Welt (der Welt des Mahat) ist T´Agathon, Nous, Psyche, Hyle; während jene der sinnlichen Welt (der Materie), welche eigentlich das ist, was Pythagoras unter dem Worte Kosmos verstand, Feuer, Luft, Wasser und Erde ist. Die vier Elemente werden genannt mit dem Namen rhizômata, die Wurzeln oder Prinzipien aller gemischten Körper. [24] Das heißt, die niedere Tetraktys ist die Wurzel der Täuschung der Welt der Materie; und dies ist das Tetragrammaton der Juden, und die „geheimnisvolle Gottheit“, von der die modernen Kabbalisten soviel Aufhebens machen! Diese Zahl (vier) bildet das arithmetische Mittel zwischen der Einheit und der Siebenheit; und sie schließt in sich alle Kräfte sowohl der produktiven, als auch der producierten Zahlen; denn sie ist, von allen Zahlen unter zehn, aus einer gewissen Zahl gemacht; denn die Zweiheit giebt verdoppelt eine Vierheit, und die Vierheit giebt verdoppelt (oder entfaltet) die Hebdomas (die Siebenheit). Zwei mit sich selbst multipliciert giebt vier; und nochmals mit sich selbst multipliciert giebt sie den ersten Kubus. Dieser erste Kubus ist eine fruchtbare Zahl, der Grund der Vielheit und Verschiedenheit, gebildet aus zwei und vier (abhängend von der Monade, der siebenten). So strömen die zwei Prinzipien der zeitlichen Dinge, die Pyramide und der Würfel, Form und Materie, aus einer Quelle, dem Tetragon (auf Erden, der Monade im Himmel). [25] Hier zeigt Reuchlin, die große Autorität in Bezug auf die Kabbalah, daß der Würfel „Materie“ ist, während die Pyramide oder die Dreiheit „Form“ ist. Bei den Hermetisten wird die Zahl vier das Symbol der Wahrheit nur, wenn sie zu einem Würfel erweitert ist, welcher entfaltet sieben giebt, was das männliche und das weibliche Element und das Element des Lebens symbolisiert. [26] [21] Ebenda, p. 200 (2. Ausg. p. 128). [22] Olivers Pythagorean Triangle, p. 104. [23] De Anim. Procr., 1027. [24] Oliver, ebenda, p. 112. [25] Reuchlin è Cabala, I. II; Oliver, ebenda, p. 104. [26] In The Source of Measures zeigt der Verfasser (pp. 50, 51), daß die Figur des Würfels entfaltet im Zusammenhange mit dem Kreise „wird . . . ein eigentliches Kreuz, oder von der Tau-Form, und die Anbringung des Kreises an dieses letztere giebt das Henkelkreuz der Ägypter. . . . Während ein Würfel bloß sechs Flächen hat, zeigt die Darstellung des Kreuzes als entfalteter Würfel in Bezug auf die Kreuzbalken eine Fläche des Würfels beiden Balken gemeinsam, welche zu jedem von beiden gehörig gezählt, d. i. einmal horizontal und einmal vertikal) . . . vier für den senkrechten, und drei für den Querbalken, alles zusammen sieben giebt. Hier haben wir die berühmte 4 und 3 und 7.“ Die esoterische Philosophie erklärt, daß vier das Symbol des Weltalls in seinem potentiellen Zustand, oder der Chaotischen Materie ist, und daß es des Geistes bedarf, um dieselbe thätig zu durchdringen; d. i. das ursprüngliche abstrakte Dreieck hat seine eindimensionale Qualität aufzugeben und sich durch jene Materie zu verbreiten, indem es so eine geoffenbarte Basis auf dem dreidimensionalen Raume bildet, damit das Weltall sich intelligibel offenbare. Dies wird erreicht durch den entfalteten Würfel. Daher das Henkelkreuz [Symbolabbildung siehe Buch] als das Symbol des Menschen, der Zeugung und des Lebens. In Ägypten bedeutete Ank „Seele“, „Leben“ und „Blut“. Es ist der beseelte, lebende Mensch, die Siebenheit. |